Esoterik

Esoterik: Bedeutung und Definition

Immer wieder stoßen wir in unserem Alltag auf Esoterik - bemerkt und unbemerkt. Werden Produkte oder Dienstleistungen als esoterisch bezeichnet, nähern wir uns ihnen mit Vorurteilen und Skepsis. Doch was steckt wirklich dahinter? Ist Esoterik gefährlich? Und woran glauben Esoteriker überhaupt? Hier kannst du mehr über das vielfältige Thema erfahren.

Esoterik in der Definition

Um die komplizierte Thematik besser verstehen zu können, solltest du dich zuerst mit der genauen Bestimmung des Begriffs auseinandersetzen. Das Wort Esoterik wird in der Definition vom altgriechischen esoterikós abgeleitet, was du mit innerlich oder auch dem inneren Bereich zugehörig übersetzen kannst. 

Ursprünglich handelte es sich um eine philosophische Lehre, deren Inhalt nur wenige Menschen kannten und verstanden. Die Übersetzung mit innerlich bedeutet aber auch, dass die Esoteriker in ihrem eigenen Inneren nach Heilung, Weisheit und Selbsterkenntnis suchen. 

Heutzutage wird überwiegend von einer Art Geheimlehre gesprochen. Eines der Ziele besteht darin, zu sich selbst zu finden und ein absolutes Wissen zu erlangen. Eine genaue Definition, was Esoterik bedeutet, gibt es jedoch nicht. Am häufigsten wird der Begriff im Zusammenhang mit Spiritualität und Mystik genannt.

Exoterik, esoterisch und Esoterik: Die Bedeutung

Du bist sicherlich schon einmal über die Wörter esoterisch und Esoterik gestolpert. Aber weißt du auch, was diese bedeuten? Leider glauben viele Menschen, dass die Esoterik gefährlich oder unsinnig ist. Das liegt größtenteils an einer Vielzahl von Betrügern. Dadurch werden die Begriffe heute mit Scharlatanerie verbunden.

Das Problem ist, dass sich viele Personen als Esoteriker bezeichnen. Sie versprechen Wunder vollbringen oder in die Zukunft sehen zu können. Für ihre Dienstleistungen oder angeblich magischen Produkte verlangen sie häufig einen hohen Preis. Da schon etliche Menschen auf diese Weise betrogen wurden, verbinden sie mit den Wörtern esoterisch und Esoterik negative Erfahrungen.

Sie behaupten: "Das ist alles nur Quatsch und Betrug!". Doch echte Esoterik bedeutet nicht, andere zu betrügen. Vielmehr geht es darum, innere Freiheit und Selbsterkenntnis zu erlangen und sich zu entwickeln. Des Weiteren wird meist alles, was sich nicht wissenschaftlich erklären lässt, als esoterisch bezeichnet. Der Duden ordnet dem Wort übrigens die Synonyme geheimnisvoll, irrational, mysteriös, rätselhaft, nebulös, sibyllinisch und dunkel zu.

Dann gibt es noch die Exoterik. Diesen Begriff kennen weitaus weniger, da er seltener verwendet wird. Die Exoterik ist das Gegenteil der Esoterik und bezeichnet das nach außen gewandte Wissen. Dieses wird durch Beobachtung der äußeren, sichtbaren Welt gesammelt und jedem öffentlich zugänglich gemacht.

Du kannst dir den Unterschied eigentlich ganz einfach merken: Die Esoterik befasst sich mit nicht-sichtbaren, seelischen und spirituellen Vorgängen (eso = innen). Die Exoterik bleibt oberflächlich und beschränkt sich auf das Äußere sowie Belegbare (exo = außen)

Was gehört alles dazu?

Der Bereich der Esoterik ist sehr vielfältig und nicht auf ein einziges Thema beschränkt. Unterschiedliche Philosophien, Kulturen, Rituale, Wissen aus aller Welt, Religionen und medizinische Praktiken fließen zusammen.

Am bekanntesten sind Astrologie, Wahrsagerei/Hellsehen, spirituelle Beratungen/Spiritualität, Tarotkarten legen, Geistheilung, Lebensberatung, Numerologie und das Erstellen von Horoskopen. Sicherlich kannst auch du etwas mit diesen Begriffen anfangen.

Des Weiteren gibt es esoterische Therapieformen wie Homöopathie, Bachblüten, Akupunktur, Yoga und Meditationen. Unter dem Begriff Esoterikwerden aber auch Feng-Shui, Channeling, Reiki, Heilige Geometrie, Kinesiologie, Numerologie, Lichtarbeit, Okkultismus, Kabbala, Energiearbeit, religiöse Rituale, Hermetik, Reinkarnationstherapie und vieles mehr zusammengefasst.

Die esoterischen Anschauungen und Praktiken sind meist nicht naturwissenschaftlich oder medizinisch belegbar. Dir sollte bewusst sein, dass es sich dabei um Überzeugungen handelt. Es wird oftmals behauptet, dass nur Menschen mit einem dafür offenen Geist dieses Wissen verstehen können.

Früher wählten die Wissensträger (zum Beispiel Priester) Schüler aus, die vorab in Prüfungen ihre Reife und Eignung beweisen mussten. Erst danach erhielten sie Einblicke in das "geheime Wissen". 

Esoterik Definition

Die fünf großen Bereiche der Esoterik

Du kannst besser nachvollziehen, was alles zur Esoterik gehört, wenn du die verschiedenen Anschauungen in fünf Bereiche einteilst.

  1. Zum einen gibt es praktische Entscheidungshilfen, die bei der Lebensplanung oder im Alltag behilflich sein sollen. Dazu gehören hauptsächlich zukunftsdeutende Praktiken wie zum Beispiel die Astrologie, das Handlesen, Pendeln oder das Legen von Tarotkarten.
  2. Einen anderen Bereich nimmt die medizinische Hilfe ein. Hierbei kommen Praktiken aus der alternativen Medizin zum Einsatz. Diese sollen das körperliche sowie seelische Wohl verbessern. Angewandt wird beispielsweise Akupunktur, Reiki, Bachblüten, Homöopathie, Bioresonanztherapie oder Aromatherapie.
    Der Hauptgrund, weshalb sich Menschen esoterische Hilfe suchen, ist die Unzufriedenheit mit der Schulmedizin. Manchmal sollen diese Methoden aber auch eine "normale" medizinische Behandlung ergänzen und deren Erfolg steigern.
  3. Die Selbsterkenntnis ist das ursprüngliche Hauptziel der Esoterik. Das Innere soll mit dem Äußeren in Einklang gebracht werden und eine funktionierende Einheit ergeben.
  4. Der nächste Bereich befasst sich mit der spirituellen Hilfe. Viele Esoteriker glauben an eine unsterbliche menschliche Seele. Sie versuchen alles, um das Schicksal dieser Seele zu verbessern. Es gibt mehrere Wege, um dies zu erreichen. Häufig kommen Glaubensrichtungen indischer Religionen wie zum Beispiel Reinkarnation (Wiedergeburt) und Karma zum Einsatz.
    Der Duden erklärt das Wort Reinkarnation übrigens so: "Übergang der Seele eines Menschen in einen neuen Körper und eine neue Existenz; Seelenwanderung". Über den Begriff Karma steht im Duden: "das die Form der Wiedergeburt eines Menschen bestimmende Handeln bzw. das durch früheres Handeln bedingte gegenwärtige Schicksal".
    Das bedeutet, dass die Taten eines lebenden Menschen darüber entscheiden, als was er wiedergeboren wird. Es bedeutet auch, dass bereits in einem früheren Leben darüber entschieden wurde, ob ein Mensch in seinem jetzigen Dasein Glück oder Pech hat.
  5. Einige Esoteriker glauben, dass die Umsetzung esoterischer Lehren die Welt insgesamt verbessern kann. Jeder beeinflusst die Welt durch sein Verhalten.

Esoterik und die Vorstellung vom Tod

Personen, die sich mit dem Thema Esoterik auseinandersetzen, wollen früher oder später wissen: "Was geschieht nach dem Tod? Woran glauben Esoteriker?" Vielleicht hast du schon von unterschiedlichen Theorien gehört. Jeder Esoteriker vertritt eine eigene Meinung, die meisten glauben aber an eine Art Wiedergeburt bzw. Seelenwanderung.

Thorwald Dethlefsen (deutscher Diplom-Psychologe und Esoteriker) sagte einst, dass die Esoterik den Tod als Krönung des Lebens ansieht. Der Tod sei der Höhepunkt, auf den alles zustrebt. Wohin die Seele wandert, hängt vom Bewusstseinsstand ab, den die Seele in diesem Augenblick besitzt.

Esoteriker vertreten die Ansicht, dass die Wiedergeburt bzw. Reinkarnation genauso logisch ist, wie zum Beispiel der Wechsel zwischen Tag und Nacht oder dem Schlafen und Erwachen. Es gibt verschiedene Ebenen, auf denen sich eine Seele bewegen kann.

Während wir am Leben sind, sammelt die Seele Erfahrungen. Dann sind oftmals auch unsere Taten und Handlungen von Bedeutung. An dieser Stelle spielt die indische Religion eine große Rolle. Das sogenannte Karma entscheidet, als was ein Mensch wiedergeboren wird und ob ihn ein gutes oder schlechtes Leben erwartet.

Andere Esoteriker glauben, dass sich die Seele nach dem Tod eine Weile auf einer körperlosen Ebene aufhält. Während dieser Zeit soll sie sich über bestimmte Zusammenhänge klar werden. Die Seele entscheidet selbst, wann sie in einen neuen Körper zurückkehren möchte, um neue Erfahrungen auf der Erde sammeln zu können.

Übrigens glauben viele Esoteriker auch an niedere Wesen wie Geister oder Dämonen, die von einem menschlichen Körper Besitz ergreifen können. 

Was bedeutet es, Esoteriker zu sein?

Esoteriker gibt es überall - in jedem Land und auf jedem Kontinent. Das ist auch der Hauptgrund, weshalb so viele Praktiken zur Esoterik gehören. Doch was bedeutet es, Esoteriker zu sein? Das hängt natürlich mit den persönlichen Anschauungen des Esoterikers zusammen.

Für die meisten bedeutet es aber, verantwortungsvoll mit dem Leben und der Natur umzugehen sowie innerlich zu reifen. Sie versuchen, mit sich selbst im Reinen zu sein und Selbsterkenntnis zu erlangen.

Esoteriker horchen sehr intensiv in sich hinein, um ihren Geist und Körper in Einklang zu bringen. Viele nutzen dafür meditative Übungen. Für Außenstehende kann das leicht egoistisch wirken. Was der einzelne Esoteriker praktiziert und glaubt, hängt ganz von ihm allein ab.

Diese Anschauungen bestimmen dann individuell das Leben bzw. den Alltag. Damit du dir ein besseres Bild davon machen kannst, hier ein paar Beispiele:
Die meisten Esoteriker...

  • ...versuchen die Bedeutung von Träumen, Begegnungen und alltäglichen Lebenssituationen zu erkennen.
  • ...wollen ihr höheres Selbst finden, zum Beispiel durch Meditation.
  • ...wollen in einer astrologischen Beratung mehr über sich selbst erfahren.
  • ...erkennen den eigenen Partner als wichtige Person an, welche Teile ihrer Persönlichkeit widerspiegelt.
  • ...stellen sich ein Leben lang ständig die Frage "Wer bin ich?".
  • ...machen sich die spirituelle Bedeutung von Krankheiten bewusst.
  • ...wollen den Sinn von Karma und Wiedergeburt erfahren.
  • ...erkennen den Tod als Teil des Lebens an und wollen dessen tiefere Bedeutung verstehen.
  • ...glauben nicht an einen Gott in menschenähnlicher Form bzw. nicht an einen Gott, wie er im Christentum beschrieben wird. Gott nimmt in der Esoterik die Bedeutung einer Art höchsten Schwingung, kosmischen Kraft oder vollkommenen Liebe ein. Im Gegensatz zur Bibel schafft jeder Esoteriker seine eigene Vorstellung von Gott.
Esoteriker

Die Geschichte der Esoterik

Die ersten esoterischen Aufzeichnungen stammen aus dem alten Griechenland. Pythagoras (570-510 vor Chr.) glaubte an die unsterbliche Seele und Seelenwanderung. Er gilt auch als Begründer der religiös-philosophischen Schule und Bruderschaft.

Etwas später stellte auch der griechische Philosoph Platon (428-348 vor Chr.) seine Lehre vor. Um diese verstehen zu können, musste man auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. Er wählte bestimmte Schüler aus und gab ihnen Hinweise, wie sie an das esoterische Wissen gelangen können. Er sprach auch von einem inneren Weg.

Einige frühchristliche Schriften, welche sich als Evangelien im Neuen Testament finden lassen, berichten von einem ähnlichen Verfahren: Eingeweihte und Auserwählte bildeten sogenannte innere Kreise und trugen geheimes Wissen zusammen. Heutzutage spricht man von neutestamentlichen Ansätzen einer christlichen Esoterik.

Im Mittelalter erreichte das esoterische Wissen den islamischen und jüdischen Raum. Um das 12. Jahrhundert herum verbreitete sich die Esoterik langsam in Westeuropa.

Während der frühen Neuzeit, der Renaissance, erlebte die Esoterik einen großen Aufschwung. Viele Forscher sind der Meinung, dass im 16. Jahrhundert der Grundstein der heutigen Anschauungen gelegt wurde.

Ab dem 18. Jahrhundert entstanden immer mehr esoterische Zweige, Praktiken und Bereiche. Diese beeinflussen die Esoterik und ihre Bedeutung bis heute. 

Ist Esoterik gefährlich?

Immer wieder gehen Berichte durch die Medien, in denen vor Esoterik gewarnt wird. Aber ist das gerechtfertigt? Ob Esoterik zur Gefahr wird, liegt zum einen an der ausübenden und zum anderen an der konsumierenden Person.

Angebliche Wunderheiler oder fragwürdige Heilpraktiker können falsche Therapien empfehlen, von der Schulmedizin abraten oder unwirksame - schlimmsten Falls schädliche - Medikamente verabreichen. Dies kann zur Folge haben, dass sich Krankheiten verschlimmern oder Betroffene sogar sterben.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Beratungs- und Prophezeiungsbranche. Wird ein schlimmes Schicksal vorhergesagt, kann die Person stark verängstigt werden. Das kann so weitreichende Folgen haben, dass Betroffene ihr Leben nicht mehr wie gewohnt weiterführen können. Aber auch das Schüren falscher Hoffnungen kann gefährlich werden.

Wird zum Beispiel die große Liebe, Reichtum oder die Geburt eines Kindes vorhergesagt, löst das in der Person Glücksgefühle aus. Tritt dieses Ereignis später nicht ein, kann der Mensch daran verzweifeln, sich Vorwürfe machen und in eine seelische Krise geraten. Natürlich gibt es aber auch verantwortungsbewusste Heilpraktiker, Wahrsager, Astrologen und so weiter.

Möchtest du einmal in die esoterische Welt eintauchen, solltest du dich unbedingt an einen professionellen Esoteriker wenden. Bestimmte Meditationen und Übungen solltest du auch nur mit professioneller Unterstützung durchführen. Im Internet existieren viele Videos und Anleitungen, die bei falscher Durchführung zu Verletzungen führen können. 

Fazit

Abschließend sei gesagt, dass die Begriffe esoterisch und Esoterik in ihrer Definition nicht mit dem Wort unseriös gleichgesetzt werden sollten. Echte Esoterik ist viel mehr, als Karten legen und oberflächliche Internet-Horoskope erstellen. Die Geheimlehre ist sehr interessant und kann in einigen Situationen auch nützlich sein.

Am wichtigsten ist, dass du dich nicht von falschen Esoterikern beraten und womöglich betrügen lässt. Mit gesunder Skepsis kannst du gut einschätzen, wann etwas gefährlicher Unsinn ist und wann du bedenkenlos Einblicke in die esoterische Welt genießen kannst.

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